Klettern Kampermauer

Veröffentlicht am:30 April 2020
By Hanna

Wochenende an der Kampermauer

24. – 26. April 2020

ERSTER AUSFLUG ZU DRITT

Juhuuu! Die erste Ausfahrt mit unserem Wohnmobil! 😀

Das Ende der Corona-bedingten Ausgangssperre macht es endlich möglich, mit unserem Wohnmobil die Straßen unsicher zu machen. Im Februar haben wir einen gebrauchten Ford Transit gekauft und uns damit einen Traum erfüllt. Die Unabhängigkeit, die Spontanität und die Möglichkeit so flexibel wie nur möglich zu sein, waren die Hauptgründe für diese Entscheidung. Die Suche, erwies sich als schwierig. Nicht zu alt, nicht zu teuer, nicht zu viele Kilometer, nicht selber ausgebaut, nicht ohne Standheizung,… endloses scrollen und klicken und wieder zurück – und wieder scrollen – dann screenshot dann doch wieder löschen, nächste Seite – wieder scrollen… und PLÖTZLICH war er auf dem Bildschirm. Er hatte alle Anforderungen erfüllt und der Verkäufer ist nur eine Stunde Autofahrt entfernt. Sofort machten wir einen Termin – mit einem etwas mulmigen Gefühl, weil da doch etwas nicht stimmen kann – ist alles viel zu perfekt, oder? (ja, wahrscheinlich bin ich ein bisschen paranoid) fuhren wir zum Verkäufer und unterschrieben einen Tag später den Kaufvertrag. So schnell kann’s dann gehen und bis jetzt haben wir unseren Familienzuwachs nicht bereut.

Nun aber zurück zu unserem Wochenende an der Kampermauer. Kampermauer? Hengstpass? Sagt euch nichts? Macht nichts. War mir bis dato auch kein Begriff. Die Kampermauer ist ein Klettergarten am Hengstpass in Oberösterreich. Mit über 300 Routen zw 3. und 9. Schwierigkeitsgrat ein Paradies für Kletterwütige. Das besondere ist die große Wandhöhe und die vielen Mehrseillängenrouten.

VON 1998 – DAS WIRD SPANNEND

Viel ist im Internet nicht zu finden, also haben wir uns die Broschüre von Heli Steinmassl ausgedruckt, in der die Sektoren und viele Routen sehr gut beschrieben sind. Auflage von 1998. Das wird spannend…

Am Samstag in der Früh war es noch recht frisch und der Wind blies so stark, dass wir den Bus gar nicht verlassen wollten. Dann eben eine zweite Tasse Kaffee einschenken und abwarten. Es soll laut Wetterbericht besser werden, trotzdem haben wir die Mehrseillängentour aufgrund des Windes an den Nagel gehängt.

WANN IST MAN EIGENTLICH FERTIG?

Die Temperatur wurde angenehmer, und wir machten uns mit unserer, etwas in die Jahre gekommen Broschüre, auf den Weg zur Wand – nur 5 min zu Fuß – welch ein Luxus. Dort angekommen, stellten wir fest, dass unsere Topos für den „Hugo“ sind. Die Wände übersät von Routen, eine schöner als die andere. Angeschrieben ist allerdings nichts und wie uns ein Kletterer erzählte gibt es auch weder ein Buch, noch Topos. Heli Steinmassl veröffentlicht dies nämlich erst, wenn er komplett fertig ist. Ob das jemals der Fall sein wird bleibt offen.

Na gut. Dann auf gut Glück in eine Route einsteigen und hoffen, dass man sie lösen kann – auch spannend – und für mich was Neues.

Die Kletterei macht unglaublich Spaß und die Vielzahl an Routen eine lange Suche unnötig. Wir haben den Tag auf der SW-Seite der Wand verbracht (Sektor Fledermaus und Schweizerkas). Dort ist es nicht so plattig und die Schwierigkeitsgrade meist 6. Nach 5 Stunden klettern, waren unsere Kräfte am ende, und das Wetter so schön, dass wir den nahegelegenen Bach für eine Abkühlung aufsuchten. Toller erster Tag am Hengstpass.

NEUER TAG – SELBES WETTER

Nächster Morgen – gleiches Szenario. Kalt und windig. Wieder nichts mit der Mehrseillängentour.

Egal – Wir haben in den gestrigen Sektoren noch so viel ausgelassen, dass wir auch heute den ganzen Tag beschäftigt sein werden. Und so war es auch. Die schweren Touren haben viel Zeit und Kraft beansprucht. Vor allem die wahrscheinlich 7- Route (ist ja nichts angeschrieben) hatte es in sich. Über das Dach hab ich es einfach nicht geschafft. Nach unzähligen Versuchen musste ich mich meiner Unfähigkeit beugen. Aber die plattige, kleingriffige Passage bis dahin hab ich geschafft – alles zu seiner Zeit… Ausgepowert, müde, und ich mit aufgeschürften und blutigen Knöcheln kehrten wir der Kampermauer den Rücken. Aber wir kommen wieder – ganz sicher.

TOURENINFO

Der Klettergarten Kampermauer bietet Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Das Klettergebiet bietet eine große Zahl von gut abgesicherten, leichten (III – V) und mittelschweren (VI – VIII) Routen. Das Besondere an der Kampermauer ist die große Wandhöhe mit vielen Mehrseillängenrouten und der damit verbundene alpine Charakter.

Zustieg zur Wand: Vom Parkplatz einen Steig zur Wand folgen (5min)

Absicherung: Sehr gut mit Bohrhaken versichert.

Topo: aktuelle Topos nicht vorhanden

Beste Zeit: Mai – Oktober

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