Millstättersee Climb&Bike

Veröffentlicht am:04 Mai 2020
By Hanna

1. Mai 2020 – 3. Mai 2020

INLANDS ENTDECKUNGSREISE

Freitag Feiertag – langes Wochenende. Also rein ins Wohnmobil und ab nach Kärnten. Da wir aufgrund der Coronakrise nicht nach Italien, und somit auch nicht nach Arco fahren dürfen, ist es an der Zeit die schönen Kletterspots in Österreich zu erkunden. Michi wollte schon immer mal ins Maltertal – so viel davon gehört doch irgendwie nie dahin geschafft. Ihn zog es dann doch immer über den Brenner zum Gardasee – Pizza, Pasta und Wein, das Italienische Flair hat einfach seinen Reiz. Urlaubsfeeling pur.

Jetzt sind die Grenzen zu und die Zeit gekommen das Maltatal zu besuchen. Michi hat den Maltatal Kletterführer von Gerhard Schaar bestellt, ein umfangreicher Führer mit den meisten Gebieten im Maltatal. Nur 2 Spots sind ca 50km entfernt am Millstättersee – und genau diese haben wir für unser verlängertes Wochenende ausgesucht.

Freitag sagt er etwas Regen, daher sind unsere Rennräder mit an Bord. Das ist das geniale am vielseitig sein. Bei Regen bzw nach Regen ist das Klettern wegen nassem Fels ummöglich – das Biken allerdings nicht.

1. Tag Biketour von Döbriach über den Ossiachersee

100km für uns als Hobbyfahrer und für Michi als Rennradneuling schon eine beträchtliche Strecke. Die ersten 25 Kilomenter spulten wir in Nullkommanichts herunter – da hatten wir dann auch das Gefühl, dass 100 Km ein Pipifax sind. Nach 70 Kilometer war dieses Gefühl dann verflogen und nach 80 Kilometern und bereits 1000 Höhenmetern in den Füßen ließ bei Michi die Motivation stark nach.

DIE ERSTE 100ER STRECKE

Weit ist es nicht mehr – noch ein kurzer Anstieg und dann die holprige Abfahrt von Bad Kleinkirchheim hinunter. Beim Auto angekommen zeigt unser Tacho 101 km und 1230 hm. Yess!! Michis erste 100km Strecke. Nachmittag relaxen am See – morgen geht’s zum Klettern.

Download file: Rennradtour Millstaettersee-Ossiachersee.gpx

2. Tag Klettern am Jungfernsprung

Die Sonne scheint bereits durch die Dachluke in unseren Bus. Zeit um den Espressokocher auf den Gasherd zu stellen und bei einen gemütlichen Frühstück in den Tag zu starten. Der Jungfernsprung, ein Klettergarten direkt am Millstättersee, ist unser heutiges Ziel. Da wir am Parkplatz vom gesperrten Strandbad in Döbriach parken, weil alles geschlossen wegen Corona, sind es nur 10 Gehminuten. Der Zustieg ist alles andere als leicht – zuerst über das Geländer steigen, dann über Eisenstifte zum Steig im Wald, über einen kurzen Klettersteig zum See und dann den Holzbalken entlang zu den Flößen. 

DER ETWAS ANDERE KLETTERGARTEN

Wie geil ist das denn bitte?? So einen mega coolen Klettergarten hab ich noch nie gesehen. Für alle, die nicht allzu schwere Routen brauchen, und denen es um den Spaß und die Abwechslung an sich geht, so wie bei uns, dann unbedingt dort hin fahren. Muss man gesehen haben. Für alle denen es um Training, schwere Routen und lohnende Touren geht die werden da wohl ein bisschen enttäuscht sein. Denn das Ambiente, von einem Floß aus zu sichern, während Fischerboote, Enten, Schwäne und Kajakfahrer an dir vorbei ziehen steht hier definitiv im Vordergrund.

3. Tag Klettern an der Breitwand

KNACKIG, MOOSIG, WUNDERSCHÖN

3 Kilometer vom Ortszentrum Döbriach entfernt ist die Breitwand. Neben dem Klettergarten gibt es einige Mehrseillängenrouten. In die Seinerzeit, eine viel begangene Tour, möchten wir an diesem Tag einsteigen. „Viel begangen“ ist in diesem Fall stark von Vorteil, weil die Flechten hier den Fels nicht so extrem bedecken. Schwierigkeitsgrad 5c – puh! Das war knackig. Fast zu knackig für eine 5c. Die Kletterei trotzdem schön, abwechslungsreich und der Ausblick auf den Millstättersee super! Mit einigen bemoosten Stellen muss man auch in dieser Route rechnen.

DER KOPF IST DAS GRÖßTE PROBLEM

Nach der Mehrseillängentour haben wir dem Klettergarten auf der linken Seite der Wand (Sektor C) noch einen Besuch abgestattet. Motiviert von der schweren „Seinerzeit“ die ich im Nachstieg gut meistern konnte, war es nun an der Zeit eine 5b im Vorstieg zu versuchen. Hmmm… ja Vorstieg ist bei mir so eine Sache.. Ich will ja nicht behaupten ich bin ein Angsthase aber wenn man über den Bohrhaken hinausklettert und sich selbst wenig zutraut dann ist das echt extrem schwer. Alles Kopfsache ich weiß das ja eh, trotzdem ist es schwer, wenn dann der Fuß plötzlich zu zittern beginnt an einer Stelle, die im Nachstieg nie ein Problem dargestellt hätte.Ohne Fleiß kein Preis – also üben. Deshalb bin ich an diesem Tag in die 5b Eingestiegen und durchgestiegen! Meine erste 5b im Vorstieg geschafft, YEAH!

Man soll aufhören wenn es am schönsten ist, daher beendet wir mit meinem Erfolgserlebnis die heutige Kletterei. Die Auswahl in diesem Sektor ist riesig und die meisten der schönen Touren von 4b bis 6a. Der kurze Zu- und Abstieg ist ein weiterer Pluspunkt dieses Gebietes und somit waren wir in 10min wieder am Parkplatz. 3 Tage am Millstättersee sind nun zu Ende. Wirklich schade.

TOURENINFO

RENNRADTOUR – MILLSTÄTTERSEE – OSSIACHERSEE:

101 km / +1230m

Mittelschwere Rennradtour mit moderaten Steigungen. Teils Nebenstraßen Teils Hauptstraßen.

KLETTERN JUNGFERNSPRUNG

Schwierigkeitsgrad: 3-5c (15 Routen) 6a-6c (18 Routen)

Absicherung: sehr gut, Bohrhaken

Sonne: den ganzen Tag

Parkmöglichkeit in der Ausbuchtung oberhalb des Massivs gering. Besser nach Döbriach fahren und von dort am See entlang zum Klettergarten.

KLETTERN BREITWAND

Klettergarten, Mehrseillängen und auch 2 Klettersteige

Seinerzeit: 5c (160m) (7 SL) Absicherung: sehr gut. Klebehaken

Klettergarten: Sektor C – 24 Routen, meist 5b – 6b

Parken: Parkplatz des Klettergartens

Sonne: den ganzen Tag

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