Klettern im MALTATAL

Veröffentlicht am:26 Mai 2020
By Hanna

4 Tage Urlaub – 4 Tage Maltatal

21. – 24. Mai 2020

Gespannt was uns erwartet, fahren wir am Mittwochabend ins Maltatal. Den Kletterführer schon gefühlte 100 Mal durchgeblättert, können wir uns nicht entscheiden wo wir anfangen sollen… Wir haben uns schlussendlich für die Kreuzwand entschieden, da es neben dem Klettergarten auch 2 interessante Mehrseillängen für uns gibt. Den Humuspfeiler (6b) und die Luftikus (6a+).

Für den ersten Tag und zum „Einklettern“ war der Klettergarten perfekt. Ein großer Nachteil – Feiertag – es war die Hölle los! Kaum eine freie Route. Wenn wir allerdings eine ergattert hatten, war diese echt super. 5b und 6a waren auch für mich im Nachstieg kein Problem, obwohl die Kletterei für den Schwierigkeitsgrat schwer ist. Eine Maltatal 5b ist wo anders eine 5c und 6a haben wir uns sagen lassen. Abends sind wir dann zum Einstieg der Mehrseillängen Touren gegangen, die ca 10 Gehminuten entfernt sind. Michi hat sich für die Luftikus entschieden. Ich überlasse ihm immer die Tourenauswahl, weil er erstens viel mehr Ahnung hat und zweitens im Vorstieg auch mehr Risiko. Im schlimmsten Fall muss er mich mittels Flaschenzug raufziehen wenn er eine zu schwere Tour aussucht. (Ist aber noch nie vorgekommen, wohlgemerkt)

Der Fallbachwasserfall, der sich nicht unweit von der Schluchtwand befindet, ist eine Augenweide. Im Sommer laden die kleinen Gumpen zum Baden ein – uns ist’s noch ein bisserl zu kalt, daher bleibt’s beim Kneipen.

Bei einem Flascherl Wein und einem Kartenspielchen, ließen wir den Abend ausklingen und freuten uns schon auf die Luftikus. Das Freuen hatte aber schon einen kleinen einschüchternden Beigeschmack, denn eine 6a+ ist auch wenn im Nachstieg für mich eine Challenge – und dann auch noch eine Maltatal 6a+ !!

Um halb 10 standen wir am Einstieg. Jetzt geht’s los. Michi kam recht zügig voran und hatte keinerlei Probleme. Die Kletterei war cool und ich stellte mich auch gar nicht so verkehrt an, dachte ich – dies hielt allerdings nur bis zu der ersten Verschneidung inkl. kleinem Überhang. Ausgepowert aber stolz die erste Seillänge einer Maltatal 6a+ geschafft zu haben, kam ich am Stand an. Wie sich herausstellte, war das die Aufwärmphase – jetzt ging’s ans Eingemachte. Überhängend und kleingriffig – da tat sich selbst Michi schwer. Bald war er nicht mehr in Sichtweite und als ich ‚Stand‘ hörte – atmete ich tief durch, schlüpfte in meine Kletterschuhe, hing meine Bandschlinge aus und kletterte los. Dann kam der Überhang. Nach dem zweiten Versuch und kurzer Ratlosigkeit gelang es mir dann doch mit vollem Körpereinsatz die schwere Stelle zu überwinden. Der leicht überhängende Querriss der darauf folgte, entzog mir die letzte Kraft. Ich war noch nie so fertig. Immer noch nicht am Stand aber bereits in Michi’s Sichtweite stand ich an einem Felsvorsprung, mit dem Gesicht an die Wand gelehnt und war damit beschäftigt genügend Luft zu bekommen, während sich neben mir die Kletterer mit einem Lächeln im Gesicht abseilten. Zum Lächeln war mir momentan nicht zu Mute. Mit Michi’s Motivation quälte ich mich die letzten 3 Meter hoch und stand endlich neben meinem grinsenden etwas schadenfrohen Freund. Die Frage: Und? was schreibst du heute in deinem Blog? entlockte er mir ein Grinsen.

Die dritte Seillänge war dann Kraftmäßig für uns beide nicht mehr möglich daher Seilten wir ab.

Noch am gleichen Tag fuhren wir Taleinwerts bis zur Gmünder Hütte. Da der Klettergarten Lackenkopfwand am blauen Tumpf ganz in der Nähe ist, packten wir nochmals unsere Sachen und spazierten dort hin. Brutal! ich hab noch nie so einen hohen,  plattigen Klettergarten gesehen. Dort schon fast zu plattig, versuchten wir uns an den Routen im linken Sektor. Es machte so viel Spaß, sich an den kleinen Leisten hochzuarbeiten, dass wir auch hier noch 4 Touren absolvierten, bevor wir uns müde und hungrig in unseren Bus zurück zogen.

Kälte und Regen am dritten Tag. Zeit für Sightseeing. Die Staumauer, übrigens die höchste Österreichs ist wirklich beeindruckend. Wir wanderten den See entlang Richtung Osnabrücker Hütte. Ausgangspunkt für eine tolle Hoch- und Klettertour die wir heuer noch geplant haben. Da sich das Wetter besserte, konnten wir sogar am späten Nachmittag eine kurze Klettersession am „Damm High“ direkt unterhalb der Staumauer anreissen. Kleines aber lohnendes Gebiet.

Vierter und letzter Tag schon wieder Regen und Kälte. Aussicht auf besserung gleich Null. Wir schlossen uns der Entscheidung von Bianca und Florian an und fuhren an den Millstättersee. Dort war uns dann schon wieder zu heiß, so knallte die Sonne an die „Breitwand“. Uns kann man es aber auch wirklich nicht recht machen *zwinker*

Das ganze Gestrüpp und Moos an den Touren im Sektor B macht die Kletterei echt schwierig. Da müsste man mal mit einer Drahtbürste ran. Die vertrockneten Flechten bröselten von den Griffen ins Gesicht und in die Augen. Nach jeder Tour wurden wir noch dreckiger und sahen aus, als hätten wir uns durch das gesamte Millstätter Buschwerk gewühlt. Trotzdem machte es Spaß – normal kann ja jeder… 

Jetzt ist es an der Zeit – Time to say goodbye.

Der Spruch: „Und am Ende des Tages sollen deine Füße dreckig, deine Haare zerzaust und deine Augen leuchtend sein.“ Beschreibt unsere 4 Tage Urlaub im Maltatal wohl am besten.

TIPPS

  • Campen bzw Parken zw. 22 und 6 Uhr ist am Parkplatz der Kreuzwand verboten.
  • Die Mautgebühr für die Hochalmstraße beträgt 20€ – es gibt allerdings eine 3 Wochenkarte die 29€ kostet, diese ermöglicht ein kostenfreies Ein- und Ausfahren.
  • Bei der Gmünder Hütte darf man gratis Parken und auch Campen. Für 5€ kann man Dusche und WC benützen. Die Chefin ist super nett und das Essen lecker. ACHTUNG – keine Kartenzahlung möglich und Empfang oder Wlan hat man dort auch nicht.
  • Der Kletterführer Maltatal von Gerhard Schaar darf auf keinen Fall fehlen! gibts hier zu kaufen
  • Der Gasthof Kölnbreinstüberl direkt am Stausee ist gemütlich, mit super Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Essen gut und die Aussicht unbezahlbar

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