Rennradtour Großglockner

Veröffentlicht am:02 Juni 2020
By Hanna

Mit dem Rennrad von Ferleiten über den Großglockner nach Reisach

30. Mai 2020

Folgender Plan. Von Ferleiten (Mautstelle) über den Großglockner nach Kärnten. Genauer gesagt nach Reisach. Ein kleines Dorf in der Nähe von Kötschach-Mauthen. Nach Reisach deshalb, weil dort das Ferienhaus von Michi’s Eltern steht. Die Route, die wir auf Komoot geplant haben, zeigt 108 KM und 2400 Höhenmeter bergauf. PUH! Für uns Hobbyfahrer schon eine Nummer… Ich sitz ja schon seit 3 Jahren auf dem Rennrad, Michi seit einem Monat. Aber reizen tut ihn diese Herausforderung trotzdem und ich wollte sowieso immer schon den Rennrad-Klassiker fahren. Der Plan steht also. Wetter sagt er gar nicht so schlecht – immer wieder Sonnenfenster – kein Regen – auf 2500m 3 Grad. Das ist kalt – aber wird schon gehen. Müssen wir halt ein bisschen mehr zum Anziehen in unsere Trikottaschen stopfen.

Am 30. Mai um 8:44 sind wir von der Mautstelle Fernleiten gestartet. Der Nebel hängt tief – bald sind wir völlig darin verschwunden und hofften mit jeder Serpentine, dass wir aus dem Nebel rauskommen und uns am Glockner die Sonne entgegen lacht. Die Steigung ist moderat – ich hatte es mir ehrlich gesagt schlimmer vorgestellt. Nach ca 1:45h Fahrzeit haben wir das Fuschertörl erreicht. Zeit zum genießen gleich Null. Der Nebel hat sich entgegen unserer Hoffnung verdichtet und leichte Graupelschauer machten die Kälte noch ein wenig unangenehmer. Schnell anziehen und runter! Lange Hose, Überschuhe, Trikot, Jacke, Regenjacke, Handschuhe, Stirnband, Tube, und einen wind- und wasserdichten Helmüberzug. Wir haben ALLES gebraucht!

Nach einer kurzen Abfahrt, geht’s hinauf zum Hochtor – Skitourengeher holen gerade die Ski aus dem Kofferraum während wir vorbeifahren. Ja wir sind verrückt- aber wir sind nicht die einzigen Verrückten auf dieser Welt.Ungefähr 5 Rennradfahrer sind uns begegnet – das beruhigt mich ein bisschen.Nach 30 Minuten und 240 hm, erreichen wir das Hochtor (2504m ü.d.M). Ab hier geht’s eine ganze Weile bergab – gut für die Oberschenkel – schlecht für meine kälteempfindlichen Hände.

Stolz den Großglockner geschafft zu haben, fahren wir nach Heiligenblut. Bei Kaffee und Apfelstrudel stärkten wir uns für die 70 Kilometer und 800 Höhenmeter die noch vor uns liegen. Die 2 Steigungen (Iselsberg und Gailberg) waren keine Herausforderung mehr. Die 2 Geraden von Dölsach nach Oberdrauberg und von Kötschach-Mauthen nach Reisach allerdings schon. Der dortige Gegenwind forderte unsere Oberschenkel ein weiteres mal. Unglaublich wie lange und kräftezehrend 10 Kilometer sein können…

Am Ortsschild Reisach waren die Kälte, die Anstrengung und der Gegenwind dann schon wieder fast vergessen. Nach 6:20 h im Sattel stellten wir unsere Räder in die Garage. Stolz, ausgepowert und glücklich. Blick auf den Tacho: 110 Kilometer +2.417 m

So cool! Ein sicher nicht alltägliches Erlebnis, viele Eindrücke und unvergessliche Momente reicher, freuen wir uns auf einen entspannten morgigen Tag. Ausschlafen und nichts Tun – auch mal schön 😉

TOURENINFO

Download file: 2020-05-28_191681464_Von Fernleiten nach Reisach.gpx
  • Ferleiten – Fuschertörl
  • +1283m | 12,9 KM
  • Fuschertörl – Hochtor
  • +340m | 3,7 KM
  • Hochtor – Dölsach (Lienz)
  • +460m | -2270m | 46,7 KM
  • Dölsach – Reisach
  • +430m | 41,5 KM

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.