PIZ BUIN UND DREILÄNDERSPITZE

Veröffentlicht am:24 Juli 2020
By Hanna

Hochtouren Wochenende Silvretta

17. -.19. Juli 2020

Kennt ihr das Spiel „Lava“ aus eurer Kindheit? so oder so ähnlich spielen wir dieses Spiel vor jeder Hochtour unfreiwillig weil wir wegen der Sachen die auf dem Boden ausgebreitet sind nur mehr über die Couch in die Küche gelangen. 😛

Von Kleidung, Eisschrauben bis Schlafsack muss alles nötige mit. So viel wie nötig so wenig wie möglich lautet die Devise. Ich hab immer noch ein bisschen mehr als nötig mit muss ich zugeben..

Nachdem die Rucksäcke gepackt sind, und wir uns wieder frei in unserer Wohnung bewegen können, gehen wir nochmal unseren Wochenendplan durch.

Freitagabends mit dem Wohnmobil auf die Bielerhöhe und dort übernachten. Samstag in der Früh auf die Wiesbadener Hütte, Gepäck zum Übernachten abladen und gleich weiter auf die Dreiländerspitze. Dann Übernachtung auf der Wiesbadener Hütte und Sonntag Piz Buin und Heimreise.

Der Plan klingt super! Auf geht’s. Zu dritt, da uns Stefan begleitet, fahren wir auf die Bielerhöher – direkt am Silvrettastausee, wo wir im Wohnmobil übernachten.

Tag 1 – Dreiländerspitze

Nächster Tag Abmarsch 7 Uhr. Für die 6,8 km und 445 hm zur Wiesbadener Hütte brauchten wir genau 2 Stunden. Von dort, mit leichtem Gepäck führt ein schmaler, gut markierter Weg hinauf zum Vermuntgletscher. Zuerst links haltend, dann über einen Steilhang quer zum Westgrat der Dreiländerspitze. Der Normalweg würde vor dem Steilhang gerade hinauf führen. Wir haben uns für diese Variante entschieden, da mehr Kletterpassagen. ACHTUNG! nicht versichert!

Nach ca. 1 Stunde erreichten wir wieder den Normalweg und bei leichter Kraxlerei (Schwierigkeitsgrad 1 und 2) geht’s hinauf zum Gipfelkreuz. Alleine an diesem ausgesetzten Gipfel genossen wir die Aussicht. Wir haben genau ein kleines Fenster erwischt, an dem die Wolken über den Gipfel wegzogen. Perfektes Timing!

Hinunter über den Normalweg und nach 8,5 h Gehzeit erreichten wir die Wiesbadener Hütte. Morgen sollte das Wetter besser werden. Mit dem Piz Buin vor unserer Nase, genossen wir das kühle Bier auf der Terrasse und ließen den Abend ausklingen.

Tag 2 – Piz Buin

5:30 raus aus den Federn. Der Blick aus dem Fenster zauberte ein Lächeln in mein Gesicht. Klarer Himmel und der Gipfel des Piz Buin bereits in warmes Sonnenlicht getaucht. Ich kann es kaum erwarten los zu starten. Michi sieht das anders – er liegt immer noch im Bett – immer diese Morgenmuffel! 😉

Nach dem Frühstück und als die ersten stark motivierten Bergsteiger die Hütte bereits verlassen haben, machten auch wir uns auf den Weg. Blick auf die Uhr beim Abmarsch – 7:00 Uhr.

Die Karawanen ziehen hinauf in luftige Höhen

Sonntag und Traumhafte Bedingungen – klar ist da viel los. Gleich bei der Hütte hinab zum Bach und über eine Kuppe zum Gletschersee. Dann über blockiges Gelände zur Firnmulde des Ochsentalgletschers. Dort wechseln wir auf Gletscherausrüstung, bevor es über einen steilen Hang hinauf zum flachen Firnbecken geht. Viele Seilschaften zweigen nun rechts Richtung Silvrettahorn ab. Wir gehen in einem weiten Linksbogen, am kleinen Piz Buin vorbei zur Beinlücke. Ab hier beginnt der kniffligere Teil der Tour. Mit den Steigeisen an den Schuhen über blockiges, teilweise schneebedecktes Gelände hinauf bis zum Kamin. (Mit Bohrhaken versichert) Hier staut es sich schon ein wenig, daher umgingen wir den Kamin auf der linken Seite (meist Abstiegsroute). Ist auch zum Kraxeln mit etwas mehr Schnee. (Mit Steigeisen – kein Problem). Nun über Geröll und Schutt die letzten Meter hinauf, bis wir das Gipfelkreuz erreichen.

Geschafft! Was für ein Ausblick! Auf 3315m stehen wir 3 zu unserer Verwunderung ALLEINE am Gipfel des höchsten Berges Vorarlbergs. Die Gebetsfahnen wehen im Wind – die Temperatur angenehm warm. Es ist 10 Uhr. Durch die vielen nachkommenden Seilschaften, durch die es bestimmt am Kamin wieder zu Staus kommt, verzichteten wir auf die Gipfeljause und machten uns an den Abstieg.

Um 13 Uhr erreichten wir die Wiesbadener Hütte. Jetzt haben wir uns ein Schnitzel aber wirklich verdient!

Nach dem Essen und wieder mit schwerem Gepäck ließen wir die Berge hinter uns, um nach weiteren 445 Höhenmetern bergab endlich die Bergschuhe von den Füßen zu streifen und die Hochtourenhose gegen eine Shorts zu tauschen.

Wir waren uns einig – wir hätten es nicht besser erwischen können – ein perfektes Wochenende für uns drei Freunde der dünnen Luft 🙂

Sterne von uns!

TOURENINFO

Aufstieg: Bielerhöhe – Wiesbadener Hütte (+445 HM)

Aufstieg: Wiesbadener Hütte – Dreiländereck (+680 HM)

Aufstieg: Wiesbadener Hütte – Piz Buin (+830 HM)

Beste Jahreszeit: Juni – Juli – August – September

Schwierigkeit: mittel

AUSRÜSTUNG

Hochtourengurt

Helm

50 Meter Einfach Seil

1 Eisschraube pro Person

1 Pickel

Steigeisen

1x Ball Lock Karabiner

2x Schraubkarabiner

2x HMS Karabiner

2x | 4 Meter Reepschnur

1x Bandschlinge Micro Traxion & T-Block

2 Responses to “PIZ BUIN UND DREILÄNDERSPITZE”

  1. Bianca sagt:

    Hey Hanna,

    darf i fragen woher deine Salewa-Tourenhose ist? Liebe Grüße 🙂

    • Hanna sagt:

      Hallo Bianca, entschuldige die späte Antwort.
      Das ist die Salewa „Ortles 2 windstopper durastretch“.
      Bin total zufrieden damit. 🙂
      LG Hanna

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