Klettertour „weder Blau noch Sand“ 6+

Veröffentlicht am:16 September 2020
By Hanna

Untersberg – Blausandpfeiler „weder Blau noch Sand“ 6+

12. September 2020

Der Untersberg. Mit seinen 70 km2 ist er ein gewaltiges Massiv, das sich über Österreich und Deutschland erstreckt. Von der Österreichischen Seite, genauer gesagt von St. Leonhard führt die einzige Seilbahn hinauf, auf den zweit höchsten Gipfel des Untersbergs – den Salzburger Hochthron (1853m) 

1300 hm gemütlich mit der Seilbahn

Dort startet auch unsere Klettertour. 24,50€ kostet die Berg- und Talfahrt für AV oder Naturfreunde Mitglieder. Eindeutig eine gute Investition, wer nicht die ca 1300 Höhenmeter zum „Aufwärmen“ nutzen will.

Von der Bergstation geht man Richtung Gipfelkreuz des Salzburger Hochtrons. Bei einer Senke unterhalb eines breiten Bretterzauns nach links abbiegen und über einen schottrigen Anstieg hinauf bis zu einer Eisenstange. Bei dieser links kurz über eine Wiese, dann durch Latschen zum Rucksackdepot.

Unten findet ihr die Wegbeschreibung da wir echt eeewig gesucht haben….

Beim Rucksackdepot haben wir uns bis auf die Kletterschuhe schon voll adjustiert, da man nach ca 50 Metern abkraxeln (zuerst ein Steig, dann ein kurzes Geröllfeld) schon an der Abseilpiste steht.

Zuerst Abseilen dann Klettern – das hat man selten…

Nach 3 maligem Abseilen (es gibt mehrere Abseil-Varianten) kann unsere Klettertour endlich beginnen. Mit Blick auf die Kletterwand ist die Tour „weder Blau noch Sand“ die erste von rechts.

Heute sind wir zu dritt. Bianca, die hier Heimvorteil hat, diese Tour aber auch noch nie geklettert ist, begleitet uns. Michi steigt wie immer vor und Bianca und ich, jede mit einem Doppelseil gesichert bleiben die komplette Tour im Nachstieg. Das ist auch gut so – denn die erste Seillänge, eine 5+ war schon ganz schön steil und schwer. Eindeutig hart bewertet – da waren wir uns einig. Es folgte eine abwechslungsreiche, aber anhaltend schwierige Kletterei, die trotzdem sehr viel Spaß machte.

Vom Plattentango zur Quergang-Zitterei

Zum größten Teil eine Plattenkletterei mit Wasserrillen, Löchern und einem spannenden Quergang im 6. Grad. Quergänge sind für die Nachsteiger ja genauso „bescheiden“ wie für den Vorsteiger. Das Pendeln, im Falle eines Sturzes, ist ja nicht gerade das angenehmste das man sich vorstellen kann – Bianca und ich schwitzten ja schon, beim beobachten von Michi‘s Kletterzügen, bei dem sieht das immer so souverän aus!

Langsam, Tritt für Tritt und voll Konzentriert wagten wir uns auf die Platte – wir schnauften so konzentriert und laut aus, das wir selber lachen mussten. 2 schleichende Angsthaserl auf dem Weg zur 6+ Schlüsselstelle.

Ge schleich di!

Nach dem Quergang folgte nun die wirkliche Schlüsselstelle ein 6+ Überhang. „Hanna! Schau moi! Do miassn mia auffi! Ge schleich di, des gibs jo ned!“ Biancas Aussage traf es auf den Punkt 😀

Nach ein paar Versuchen und einigen Kraftausrücken später, kamen aber auch wir bei Michi am Stand an. YESS! Mega! Sauber Michi, da muss man echt stark klettern können um das im Vorstieg zu meistern…

Nun folgen nur mehr 2 leichte Seillängen und wir waren wieder bei unseren Rucksäcken. Oben angekommen strahlte uns die Sonne entgegen. Der typische Untersberg-Nebel ließ beim klettern nämlich nur ab und zu die Sonne durch was bei den hohen Temperaturen recht angenehm war.

A Kaffeetschal, a Radler und a Bier standen dann wenig später am Tisch vor der Hochalm. „Des homa uns jetzt verdient! Prost! Auf a gewaltigs Tagerl, a lohnende Kletterei und a rießen Gaudi!“

TOURENINFO

Kletterlänge: 250 m

Schwierigkeit: 6+ obligat.

Einstieg: 2 Bohrhaken bei Grasnische

Exposition: O

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