Westgrat Zettenkaiser und Scheffauer

Veröffentlicht am:08 Oktober 2020
By Hanna

im Wilden Kaiser

4. Oktober 2020

Heute steht eine nicht allzu schwere, aber doch alpine Tour im Wilden Kaiser auf dem Programm.

Über Westgrat zum Zettenkaiser und Scheffauer

Startpunkt der Tour ist das Hochegg oder auch Fünfzehnhunderter genannt. Dorthin gelangt man entweder über die Walleralm, oder so wie wir, von Kufstein über die Kaindlhütte. Zu Fuß wären das ca 2,5 Stunden und 750 Höhenmeter. Um uns den langen Zustieg und danach vor allem den Abstieg zu ersparen, haben wir uns auf die E-Bikes geschwungen.

START 8 UHR – TURBOKNOPF MEIN FREUND UND HELFER

Mit den Bikes waren wir dann in einer dreiviertel Stunde bei der Kaindlhütte und eine weitere halbe Stunde später beim Hochegg. Von dort geht’s jetzt steil hinauf, immer Richtung dichten Latschenwald, bis zum Beginn des Grats. Da es am Vorabend geregnet hat war das eine ziemlich ‚gatschige‘ Angelegenheit. Mit Turnschuhen wäre das definitiv nicht empfehlenswert!

KOPF AUS DEN LATSCHEN UND AUSSICHT GENIESSEN

Am Grat angekommen und den Kopf aus den Latschen gestreckt, erwartet uns schon die erste atemberaubende Aussicht. Der Hintersteinersee strahlt in seinem schönsten Türkis und die umliegenden Berge sind schon angezuckert. Das Gipfelkreuz vom Zettenkaiser und auch das des Scheffauers leuchten uns bereits entgegen.

Als wir die letzten Latschen passierten, und das Gelände alpiner wurde, haben wir unsere Kletterausrüstung ausgepackt. Die Kletterpassagen sind bis zum Zettenkaiser nicht sonderlich schwer, meist 2 (3 bzw A0 bei der Schlüsselstelle).

Eine richtig lässige Gratkraxlerei, die trotz dem unteren Schwierigkeitsgrat Schwindelfreiheit und Trittsicherheit voraussetzt. Nach guten 2 Stunden haben wir den Gipfel des Zettenkaisers erreicht. Das erste Etappenziel! Zu unserer Verwunderung waren wir an diesem so schönen Oktobertag alleine am Gipfel 🙂

Lange haben wir uns nicht ausgerastet, da der Scheffauer, zwar immer in Sichtweite, doch noch ein ganzes Stück weg ist.

IN DIE SEILE ! FERTIG ! LOS ! ABSEILING OLE !

Vom Zettenkaiser geht’s jetzt erstmal steil bergab in die Grübler Lucke. Auch hier ist ein bisschen Orientierungssinn gefragt – laut Topo könnte man hier 5 Mal abseilen. Wir seilten 2 Mal ab und kletterten den Rest (nach einem kurzen Aufstieg zu 2 Latschenbäumen) hinunter, direkt in die Grübler Lucke.  Von hier ist die Route hinauf zum Scheffauer nicht gut markiert. Wir sind zuerst über Wiesen, dann über felsiges Gelände immer am Grat entlang gegangen, gekraxelt, gestiegen. Mal so mal so 😉  

Verirren kann man sich ja nicht – da sich das Ziel immer direkt vor der Nase befindet.

Kurz bevor man das Gipfelkreuz erreicht, gibt’s noch eine spannende Stelle – der Schaffler Sprung. Michi und ich waren uns einig, dass das für uns kein Sprung sondern ein „am Fixseil hinab kraxel und hinübergrätscher“ ist – zumal hier schon ein Marterl am Felsen angebracht ist….

Ein paar wenige Meter und der Scheffauer ist erreicht. Eine mega lässige Tour die schon einiges an Kondition abverlangt. Jetzt genießen wir nochmal die schöne Aussicht an diesem Oktobertag – bald wird er eingeschneit sein der Kaiser – dann kommen wir wieder. Im Winter ist diese Tour bestimmt genauso lohnend!

Hinunter geht’s über den Widauersteig zurück zur Kaindlhütte und anschließen auf zwei Räder hinunter ins Tal. HUIIIII!

TOURENINFO

  • Kufstein 500m
  • Kaindlhütte  1318m
  • Hochegg 1470m
  • Beginn Westgrat 1740m
  • Zettenkaiser 1968m
  • Scheffauer 2111m

Schwierigkeit: meist 1 und 2 (1 Stelle 3, A0 obl.)

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